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in Deutschland"
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Korrekte Deklaration
Der Selbsthilfeverein KdJ setzt sich seit Jahren für die inzwischen gesetzlich vorgeschriebene korrekte Deklaration von jodiertem und fluoriertem Salz ein. Die Jodkommission und das BAG (Bundesamt für Gesundheit) schrieben jahrelang, der Konsument habe die Wahl zwischen jodiertem und unjodiertem Salz. Im BAG Bulletin 30/02, Absatz 7 steht u. a., ich zitiere wörtlich: „Fast alle Haushalte und die Mehrzahl der Nahrungsmittelbetriebe (inkl. Käsereien, Bäckereien, Wurstfabriken) verwenden jodiertes Salz, obschon der Gebrauch freiwillig ist und das Salz auch in unjodierter Form zur Verfügung steht (Zwischenbemerkung dazu des Selbshilfeverein KdJ: man merke sich, jodiertes Salz ist billiger als unjodiertes Salz!) Es trifft zu, dass der Einzelhaushalt bei den zugekauften Nahrungsmitteln die Wahl nicht beeinflussen kann. Der Anteil Jod im Salz ist jedoch so berechnet, dass keine Überdosierung erfolgt, auch wenn alle Nahrungsmittel mit jodiertem Salz hergestellt werden…..“ Bemerkung des Vereins KdJ: In der Praxis sieht das aber so aus, dass die meisten unserer Mitglieder schon geringe Mengen des jodierten Salzes nicht vertragen! Weiter liest man unter Absatz 8 des obenerwähnten Bulletins: „Es ist unbestritten, dass Jod Unverträglichkeitsreaktionen auslösen kann….“ Jeder möge sich selbst fragen, ob dies der viel gepriesenen freien Wahl zwischen jodiertem und unjodiertem Salz entspricht!
Aktueller Stand
der Deklaration (Stand ab Januar 2010)
Hier geben wir die wesentlichsten Punkte der Antworten von COOP vom 1.12.09
und von Migros vom 2.12.09 bekannt, die auf unsere erneute Anfrage zum Stand
der
Deklaration von jodiertem Salz folgendermassen Stellung bezogen haben.
COOP:
„…. Die gesetzliche Übergangsfrist für die Deklaration von jodiertem und fluoridiertem
Kochsalz läuft noch bis 31. März 2010. Bis dahin können Produkte
nach altem Recht gekennzeichnet und bis zur Erschöpfung der Bestände abverkauft
werden. Bei lang haltbaren Artikeln kann dies noch bis Mitte 2011 oder in Einzelfällen
sogar noch länger dauern. Für die Kennzeichnung von jodiertem Kochsalz in Käse
wurde gesetzlich eine kürzere Frist bis am 31. März 2009 festgelegt. Das heisst,
dass
bereits heute alle Käse mit jodiertem Kochsalz entsprechend deklariert werden
müssen…………..Coop verpflichtet alle Geschäftspartner mittels einer Qualitäts-Vereinbarung
zur Einhaltung des Schweizer Lebensmittelrechts und damit auch zur Einhaltung
der Deklarationsvorschriften……..Die Massnahmen zeigen, dass sich Coop nicht
blindlings darauf verlässt, dass die Lieferanten das Lebensmittelrecht einhalten,
sondern ihre Sorgfaltspflicht ernst nimmt………Unter Berücksichtigung der gesetzlichen
Übergangsfrist werden Sie in Zukunft davon ausgehen können, dass Produkte, die
nach dem 31. März 2010 produziert werden, kein jodiertes Salz enthalten werden,
wenn
nur Kochsalz deklariert ist.“
MIGROS:
„… Leider können wir zum jetzigen Zeitpunkt nicht garantieren, dass jodiertes
Kochsalz flächendeckend als solches deklariert ist. Gerne haben wir aber bei
den Migros-Produktionsbetrieben nachgefragt, wie zur Zeit der Stand der Umsetzung
ist. Die Bischofszell Nahrungsmittel AG, die Estavayer Lait SA und die Midor
AG
arbeiten mit unjodiertem Salz. Beim deklariertem „Kochsalz“ handelt es sich
also um unjodiertes Salz. Die JOWA verwendet jodiertes Kochsalz, dies ist aus
der Zutatenliste
ersichtlich……….Käse wird in der Schweiz mittlerweile in der Regel mit unjodiertem
Kochsalz hergestellt.“
Wenn weiterhin bei bestimmten Produkten Unsicherheiten bestehen, kann man selbstverständlich sowohl bei der Coop wie bei der Migros und übrigens auch bei allen anderen Geschäften, die Lebensmittel verkaufen, nachfragen. Für unseren Verein war es auf jeden Fall sehr wichtig, eine klare Stellungnahme von den beiden Grossverteilern zu erhalten. Vor allem von Coop haben wir, was die gesetzliche Übergangsfrist betrifft, klare Informationen erhalten. Sehr wichtig ist auch die Meldung von Coop betreffend die ab 1.3.09 zwingende Deklaration von jodiertem Kochsalz im Käse. Eine wichtige Etappe haben wir damit erreicht. Jetzt geht es für uns alle darum, die vorgeschriebene Deklaration, nicht nur bei Coop und Migros zu verlangen, sondern überall.
Wir zitieren noch einige Stellen aus einem Artikel in der Alimenta Nr. 8 vom 17.4.2007 (Fachzeitschrift für die Lebensmittelwirtschaft):
„Eine Selbsthilfegruppe Krank durch
Jod kämpft gegen eine Überjodisierung und Zwangsmedikation an. Das Bundesamt
für Gesundheit reagiert und will ab 2008 klare Regelungen für die Deklaration
einführen…………Die Selbsthilfegruppe Krank durch Jod stellt diese Funktion von
Jod nicht in Frage, kämpft jedoch im Namen der Jodallergiker für eine Deklaration
von Jodzusätzen in sämtlichen, offen verkauften und abgepackten Lebensmitteln.
Bisher war es, so Elisabeth Nellen-Regli von der Abteilung Lebensmittelsicherheit
des Bundesamtes für Gesundheit (BAG), nicht üblich, jodiertes Kochsalz zu deklarieren.
Der Behörde genügte die Bezeichnung Kochsalz. Sie will jedoch, schätzungsweise
auf Anfang 2008, die bestehenden Kennzeichnungsbestimmungen in der Weise präzisieren,
dass klar ist, dass jodiertes Kochsalz in der Deklaration als solches angegeben
werden muss. Die entsprechenden Vorschriften finden sich in der Verordnung des
Eidgenössischen Departements des Innern über den Zusatz essenzieller oder physiologisch
nützlicher Stoffe zu Lebensmitteln vom 23.November 2005. In Artikel 6, Absatz
4 heisst es „Jodiertes oder fluoriertes Speisesalz muss als solches bezeichnet
werden“…………Die Coop hat bereits in ihrem Newsletter vom September 2006 bekannt
gegeben, dass sie aus Gründen der Transparenz entschieden hat, die Jodierung
von Kochsalz in der Zutatenliste zu kennzeichnen. Nach ihrem Pressesprecher
Takashi Sugimoto wird dieses Ziel in 2 bis 3 Jahren erreicht sein. Auf die Frage
von Alimenta, ob das jodhaltige Salz, das bei der Käsebereitung eingesetzt wird,
auch deklariert werden müsse, winkte Frau Nellen-Regli ab. „Käse wurde bisher
auch als Käse deklariert. Das Salz wird ja nicht der Milch beigegeben, sondern
dem Salzbad………Takashi Sugimoto bestätigt diese Aussage: Käse ist ein Spezialfall,
da dieser in der Schweiz traditionellerweise ohne Zutatenliste verkauft wird……
Für Elisabeth Nellen–Regli ist die Jodversorgung in der Schweiz korrekt. „Jodallergiker
müssen genauso wie andere Allergiker vermehrt auf Deklarationen achten.“ ………
Wie sollen da bloss Jodallergiker
auf die Deklaration achten können, wenn Käse einfach Käse ist??? Es steht zwar
neuerdings auf verschiedenen Schweizerkäse: „enthält so und soviel Prozent Kochsalz“
Wo liegt da eigentlich das Problem, zum Kochsalz noch die kleine, für uns Jodallergiker
aber sehr wesentliche Bezeichnung, jodiertes bzw. unjodiertes, hinzuzufügen?
Könnte eventuell die Erklärung sein, dass die Konsumentin oder der Konsument
mit jodiertem Käse, jodierter Käseschnitte, jodiertem Fondue usw. gewisse Probleme
bekommen könnte? Fürchtet man hier etwa Absatzeinbussen oder Verkaufseinbussen
in den Ländern, die Schweizer Käse importieren?
Auf jeden Fall ist eine solch lückenhafte Deklaration für die Menschen,
welche zusätzliches Jod nicht vertragen, einfach untragbar.
„Essen als Heilmittel – das Beispiel
Jod“
Unter http://nzz.gbi.de/NZZ.ein
kann bei der NZZ ein Artikel (kostenpflichtig) erworben werden zum
Spezialthema Jod.
Die Herren Dr. med. Hans Bürgi und Michael Zimmermann von der Fluor- und Jodkommission
führen in dem Artikel „Essen als Heilmittel – das Beispiel Jod, Eine klassische
Erfolgsstory der Präventivmedizin“ u. a. Folgendes aus: „….Als weltweiter Pionier
führte 1922 der Kanton Appenzell Ausserhoden jodiertes Salz ein; 1952 folgten
auch die letzten Kantone (Aargau und Baselland) seinem Beispiel. Die Erfolge
waren spektakulär: die Kröpfe verschwanden, Kretins wurden keine mehr geboren…..“
Da meint ja die aufmerksame Leserin, dass das Problem wirklich endgültig gelöst
sei, nach solchen spektakulären Erfolgen!
Zu jener Zeit betrug die Kochsalzjodierung 3.75 mg pro kg Salz. 1962, 10 Jahre
nach dem grossen Erfolg, erhöhte man die Jodierung auf 7.5 mg/kg, 1980 auf 15
mg/kg und 1998 auf 20 bis 30 mg/kg. Wenn man bedenkt, dass 1952 die Viehfutter-Jodierung,
inkl. Salzlecksteine – diese wurde erst 1977 flächendeckend eingeführt – noch
keine Tatsache war und auch jodiertes Salz noch nicht überall wie heute eingesetzt
wurde, dann reibt man sich die Augen und kommt aus dem Staunen nicht heraus.
Was stimmt eigentlich und was nicht? Wo liegen die wirklichen Gründe einer kontinuierlichen
(Über)Jodierung, wenn 1952, mit einer wesentlich kleineren Menge Jod gegenüber
heute, bereits das anvisierte Ziel erreicht wurde? Fragen über Fragen. Tatsache
ist, dass je mehr jodiert wurde und wird, je mehr traten und treten sogenannte
Kollateralschäden auf. Opfer dieser Kollateralschäden sind die Jodallergiker
bzw. die Frauen und Männer, die eine Jodunverträglichkeit entwickelt haben,
sowie die vielen Menschen, die unter Hashimoto, Überfunktion oder Unterfunktion
der Schilddrüse leiden und deren Anzahl dauernd zunimmt.
Und das ist jetzt der vorläufige Schluss einer am Anfang vielleicht gutgemeinten
Erfolgsstory der Präventivmedizin, die für viele Menschen wohl zum Segen, aber
auch für so und so viele Menschen zum Fluch geworden ist. Wir betonen es immer
und immer wieder: Jod ist ein sehr wichtiges Spurenelement, das u. a. im Salz
vorhanden ist. Jod ist aber kein Medikament, das man einfach so allen Menschen
gibt, sowohl denen, die das brauchen, als auch denen, die das nicht brauchen.
Neuester Artikel erschienen in der NZZ im November 2007:
Wenn die Schilddrüse schlappmacht
Unter http://nzz.gbi.de/NZZ.ein
kann bei der NZZ ein Artikel (kostenpflichtig) erworben werden zum
Spezialthema Schilddrüse.
Immer mehr Menschen mangelt es an Hormonen aus der Schilddrüse in der Schweiz,
trotz Jod im Kochsalz.
von Anna Klott